DINAcon 2026

Von offenen Mobilitätsdaten zu intelligenten Lösungen – Wie KI und digitale Innovationen den Verkehr neu gestalten Teil 2

Die Mobilität der Zukunft entsteht durch vernetzte Daten, offene Schnittstellen und innovative digitale Anwendungen. Doch wo steht die Schweiz auf dem Weg zu einer leistungsfähigen Mobilitätsdateninfrastruktur? Welche politischen, organisatorischen und technischen Herausforderungen gilt es zu bewältigen – und welche Chancen ergeben sich daraus für Verkehrsbetriebe, Städte, Unternehmen und die Bevölkerung?

In dieser Session zeigen Expertinnen und Experten, wie Mobilitätsdaten heute und morgen genutzt werden können: von den aktuellen Entwicklungen rund um die nationale Mobilitätsdateninfrastruktur (MODI) über den Einsatz von Künstlicher Intelligenz zur Vorhersage von Bahnverspätungen bis hin zu konkreten Anwendungen wie OpenTransportData in der BLS Mobil App.

Ein weiterer Fokus liegt auf der urbanen Mobilität: Wie können Städte und Gemeinden Multimodalität und attraktive ÖV-Lösungen trotz begrenzter Ressourcen gestalten? Praxisbeispiele auf Basis offener Fahrplandaten (GTFS/HRDF) zeigen zudem, wie daraus innovative digitale Fahrgastinformationen und nutzerzentrierte Mobilitätsservices entstehen.

Diese Session richtet sich an alle, die verstehen wollen, wie Daten, KI und digitale Innovationen die Mobilität von morgen prägen.


OpenTransportData bei BLS Mobil

Reto Lehnherr, Lead Software Engineer bei ti&m und Flurin Meng, Product Owner BLS Mobil bei der BLS AG

Die BLS setzt mit BLS Mobil, dem Webshop und den Automaten konsequent auf die Angebote von opentransportdata.swiss. Seit Dezember 2024 ist der Open Journey Planner (OJP) als Fahrplananbieter integriert.
Als Unternehmen, das grösstenteils der öffentlichen Hand gehört, liegt es nahe, die vom BAV finanzierten Angebote zu nutzen und, wo möglich, mitzugestalten. Die BLS ist nicht nur Abnehmerin dieser Angebote, sondern versteht sich als Teil der Community, die aktiv zur Verbesserung und Weiterentwicklung beiträgt. So konnten in den letzten zwei Jahren die OJP-2.0 und weitere APIs gemeinsam weiterentwickelt werden. Beispielsweise in den Bereichen Kartenfunktionalitäten, Shared Mobility und Störungsmeldungen.
Dieser Vortrag beleuchtet die Motivation hinter der Zusammenarbeit mit SKI+ und dem daraus entstehenden Mehrwert für die Mobilität in der Schweiz.


Der Prototyp weiss, wann der Zug kommt - Wie Open Data unsere Designprozesse verändert

Oliver Stäcker, UX/Digital Product Designer bei gotomo

Was passiert, wenn statische Designs nicht mehr mit Platzhaltern, sondern mit original Karten-, Wetter-, Fahrplan- und anderen Echtzeitdaten arbeiten? KI, MCP-Server und offene Schnittstellen bringen Open Data direkt in unsere Designwerkzeuge. Und erlauben uns einen völlig neuen Umgang mit Design während der Explorations-Phase beim Entwickeln von Fahrgast- und Kundeninformationssystemen.
So wird der Prototyp zum Experimentierfeld: Ideen, Akzeptanz und Nutzung lassen sich früher mit KundInnen testen, Innovationen werden konkret diskutierbar und Vorstellungen können besser mit EntwicklerInnen abgeglichen werden. Die Keynote zeigt, warum Open Data nicht nur Rohstoff für digitale Produkte ist, sondern den Designprozess selbst grundlegend verändert.


Das Prinzip «Positive Mobility»

Carolin Bauder, Doktorandin und wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Mobilität der Universität St. Gallen

Mobilität darf Freude machen und trotzdem Zukunft haben. «Positive Mobility» beschreibt Mobilität, die auf zwei Ebenen wirkt: Sie ist im Moment freudvoll, sei es durch Genuss, Spass oder ein gutes Gefühl unterwegs, und hat langfristig positive Effekte auf Mensch, Umwelt und Ökonomie. Erst im Zusammenspiel beider Ebenen entsteht Mobilität, die kurzfristig begeistert und langfristig trägt. Der Vortrag stellt dieses Prinzip vor und erklärt, warum es sich lohnt, beide Ebenen gemeinsam zu denken.

Reto Lehnherr

Als Kind war Lokführer sein Traumberuf, doch es zog Reto Lehnherr zuerst in die grafische Branche, bevor er vor 16 Jahren in die Software Entwicklung wechselte. Seit 2017 arbeitet er als iOS-Entwickler und legt seinen Schwerpunkt auf Apps im öV-Umfeld. Seine Projekt-Stationen führten ihn von lezzgo und BLS Mobil zu SmartWay bei der SBB und nun wieder zurück zu BLS Mobil.

Oliver Stäcker

Oliver Stäcker ist Inhaber der Gotomo GmbH, die auf die Beratung und Konzeption von Fahrgast- und Kundeninformation spezialisiert ist und unter anderem für SBB, Sihltal Zürich Uetliberg Bahn und ZVV arbeitet. Als UX- und Product Designer bewegt er sich seit fast zehn Jahren an der Schnittstelle von Design, Screen-Technologien und Echtzeitdaten für den öffentlichen Verkehr. Sein Schwerpunkt liegt auf nutzerzentrierten Informationslösungen für den öffentlichen Verkehr, die Mobilität und den öffentlichen Raum.

Flurin Meng

Eigentlich war Schreiner sein Traumberuf. Über die Elektronik fand Flurin Meng seinen Weg in den öffentlichen Verkehr. Seit über 16 Jahren setzt er sich für eine starke Zusammenarbeit in der Mobilitätsbranche ein und war bereits beim Start von OpenTransportData.swiss dabei. Heute verantwortet er als Product Owner die Weiterentwicklung von BLS Mobil und verbindet dabei Partner:innen, Ideen und Technologien, um die Mobilität von morgen gemeinsam voranzubringen.

Carolin Bauder

Carolin Bauder ist Doktorandin und wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Mobilität der Universität St. Gallen. Im Future Mobility Lab forscht sie zu Positive Mobility und zu positiven Impulsen, die nachhaltiges Mobilitätsverhalten fördern. Ihr Ziel ist es, Nachhaltigkeit und Zukunftsorientierung in der Mobilität als Gewinn für Menschen erlebbar zu machen, statt sie als Verzicht zu vermitteln.