25.03.2026 –, Posterausstellung
Der Beitrag thematisiert die Bedeutung offener Geodaten in den Phasen des Hochwasserkrisenmanagements. Anhand digitaler Lagekarten und Beispielen aus der Einsatzpraxis wird gezeigt, wie Open-Source-Anwendungen und offene Standards derzeit genutzt werden. Dabei werden Herausforderungen beim Umgang mit offenen Schnittstellen und der Auffindbarkeit von Daten in verteilten GDI/ Geoportalen thematisiert, um Ansätze für Handlungsempfehlungen und der Community einen Impuls zu geben.
Der Beitrag ist motiviert durch die Erkenntnisse aus der Studie im Rahmen der Masterarbeit „Informationsfluss und GIS-basierte Entscheidungsunterstützung am Beispiel von Hochwassereinsätzen“. In der Praxis fehlt es an einer einheitlichen Herangehensweise zur Schaffung einer Datengrundlage für verschiedenste Fragen und Entscheidungen entlang des Krisenmanagementzyklus. Ein Übermaß an Heterogenität, Medienbrüche, technische Ausstattung und administrative Gebundenheit stellen Kooperationen sowie die Reaktionsfähigkeit im Einsatzfall vor große Herausforderungen.
Die Betrachtung erfolgt entlang des Krisenmanagementzyklus des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe und richtet den Fokus auf die Prävention sowie die ersten Stunden nach einem Ereignis, der sogenannten Chaosphase. Es wird das Spannungsfeld zwischen ehrenamtlichen Einsatzkräften als Anwender und behördlichen Strukturen als Daten-/Informationsquelle und -senke sowie als Verantwortungsträger beleuchtet. Die Recherchen haben gezeigt, dass die ganzheitliche Einbindung von ausgebildeten Fachberatern nicht nur im Ereignisfall, sondern bereits in der Vorbereitung (Prävention) entscheidend ist. Es wird die These verfolgt, dass das vielfältige Angebot an Fachinformationssystemen und die Existenz von Geodateninfrastrukturen auf nahezu allen Verwaltungsebenen abschreckend wirken, sich mit dem Thema „offene Geodaten“ und deren Anwendbarkeit zu beschäftigen, um einen flächendeckenden und gewinnbringenden Nutzen dieser zu erkennen.
Häufig beginnt eine Lage mit den ersten Erkundungsergebnissen in Form einer Skizze auf Papier. Je größer das Szenario wird, desto mehr Kommunen sind davon betroffen, desto ferner vom realen Geschehen findet der Entscheidungsprozess statt. Die Etablierung der digitalen Lagekarte als wichtiges Kollaborationswerkzeug schöpft ihr Potenzial nicht aus, wenn diese in statischen Formaten wie normalen PDF-Dateien ausgetauscht wird.
Unter der Annahme, dass die technischen Werkzeuge, die Austauschformate und die Daten selbst frei verfügbar sind, die technische Durchdringung und die Digitalisierung fortschreiten, rückt die Notwendigkeit klarer Standards, vorgedachter Prozesse und zielgruppengerechter Qualifizierungsangebote in den Mittelpunkt. Dieser Beitrag zeigt anhand von Beispielen auf, welche konkreten Herausforderungen in der Praxis bestehen, liefert Lösungsansätze und möchte einen Impuls in Richtung FOSSGIS-Community geben.
Ich habe im Bachelor und im Master "Geoenvironmental Engineering" an der Technischen Universität Clausthal studiert, war anschließend dort als wissenschaftliche Mitarbeiterin tätig und arbeite inzwischen im Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie in Mecklenburg-Vorpommern an der Umsetzung der INSPIRE-Richtlinie. Zum Thema Geodaten im Kontext des Hochwasserkrisenmanagents bin ich per E-Mail (jana.thomas@tu-clausthal.de oder janathomas.kontakt@t-online.de) erreichbar.
Ich habe Informatik studiert, bin Softwarearchitekt und forsche seit über zehn Jahren im Bereich Software Systems Engineering. Aufbauend auf dieser technischen Grundlage habe ich meinen Forschungsschwerpunkt auf Sicherheitsaspekte gelegt.
Hier beschäftige ich mich insbesondere mit soziotechnischen Systemen in aufwachsende Flächenlagen, wie u.a. Waldbränden und Hochwassern. Im Mittelpunkt meiner Arbeit stehen Führungsstrukturen und Stabsarbeit im Katastrophen- und Krisenmanagement — ich untersuche, wie Organisationsprozesse, Kommunikation und technische Systeme zusammenspielen, um resilientere Entscheidungs- und Führungsprozesse zu ermöglichen.