26.03.2026 –, BoF2 (ZHG 005)
Die GBD WebSuite ist eine modulare Open-Source-WebGIS-Plattform. Dank Docker-basierter Multi-Container-Architektur ist sie plattformunabhängig unter Linux, Windows und macOS einsetzbar. Integrierte Komponenten sind unter anderem QGIS Server, UMN MapServer, GDAL und MapProxy. Das Release 8.2 modernisierte die Basis auf Ubuntu 24.04 und Python 3.12 sowie die native MapServer-Integration für performantes Raster-Rendering. Highlight der Version 8.3 ist die direkte Kommunikation mit der App QField.
Die GBD WebSuite (https://gbd-websuite.de) ist eine modulare und hochflexible WebGIS-Plattform, deren Philosophie auf stabiler Kernfunktionalität und der nahtlosen Integration bewährter Open-Source-Komponenten basiert. Eine häufig genutzte Funktionalität der Software ist die tiefe Verzahnung mit QGIS, dem führenden Open Source Desktop GIS. Durch die Nutzung des QGIS Servers als Rendering-Engine ermöglicht die GBD WebSuite eine 1:1-Darstellung von QGIS-Projekten im Webbrowser. Diese Synergie bedeutet für den Anwender, dass komplexe kartographische Gestaltungen, Symbolisierungen und Beschriftungsregeln, die im Desktop-GIS erstellt wurden, ohne Informationsverlust oder aufwendige manuelle Neukonfiguration direkt im Web verfügbar sind. Folgende Komponenten sind aktuell in die GBD WebSuite integriert:
- QGIS Server: Rendering von Vektordaten und Druckausgabe
- UMN MapServer: Hochperformantes Rendering von Rasterdaten
- MapProxy: Beschleunigung der Kartenanzeige durch Kachelung
- SQLAlchemy: Anbindung relationaler Datenbanken wie PostgreSQL/PostGIS
- GDAL/OGR: Import und Export räumlicher Datenformate
- Python 3: Geschäftslogik und Plugin-Schnittstellen
- Docker / Docker Compose: Bereitstellung und Orchestrierung der Dienste
Die softwaretechnische Grundlage der GBD WebSuite bildet eine moderne Multi-Container-Architektur auf Basis von Docker. Dieser Ansatz gewährleistet eine weitgehende Plattformunabhängigkeit, sodass die GBD WebSuite unter Linux (bevorzugt Ubuntu Server), Windows und macOS betrieben werden kann. Die Bereitstellung über Dockerhub erleichtert die Installation und Aktualisierung erheblich, da alle notwendigen Abhängigkeiten in vorkonfigurierten Containern gekapselt sind. Das System ist dabei so konzipiert, dass es sich agnostisch gegenüber der zugrunde liegenden IT-Infrastruktur verhält und flexibel in bestehende Netzwerke integriert werden kann.
Die GBD WebSuite fungiert somit nicht nur als reiner Kartenbetrachter, sondern als vollwertiger Applikationsserver für geodatenbasierte Fachanwendungen. Die Fähigkeit, statische und templatisierte Inhalte bereitzustellen, kombiniert mit einem granularen Rechtemanagement und vielfältigen Autorisierungsmechanismen wie LDAP oder MFA, macht sie zu einem robusten Werkzeug für jede moderne Geodateninfrastruktur (GDI).
Aktuelle Innovationen in Release 8.2 und 8.3
Mit dem im Oktober 2025 erschienenen Release 8.2 wurde die technologische Basis der GBD WebSuite modernisiert und erweitert. Ein Aspekt ist der Umstieg auf Ubuntu 24.04 LTS als etriebssystemgrundlage und Python 3.12 als Programmiersprache. Diese Aktualisierung stellt nicht nur die langfristige Wartbarkeit sicher, sondern bringt auch Performancevorteile durch die Optimierungen des Python-Interpreters mit sich.
Eine weitere Neuerung in 8.2 ist die Integration des UMN MapServers als native Komponente. Während der QGIS Server seine Stärken in der komplexen Vektorsymbolik ausspielt, gilt der UMN MapServer als Benchmark für schnelles Rendering großer Rasterdatenmengen. Durch diese hybride Architektur kann die GBD WebSuite nun Raster-Layer – wie hochauflösende Luftbilder (DOP) oder digitale Höhenmodelle (DGM) – mit einer Performance bereitstellen, die auch bei hohen Zugriffszahlen stabil bleibt.
Ein Meilenstein in der aktuellen Version 8.3 ist die Umsetzung einer direkten Kommunikation zwischen der GBD WebSuite und der mobilen GIS-Anwendung QField. In der praktischen Anwendung trägt der Nutzer lediglich einmalig die URL des GBD WebSuite Servers in die Konfiguration der QField App ein. Nach der Authentifizierung erfolgt der Datenaustausch vollumfänglich mit dem GBD WebSuite Server ohne QField Cloud zu nutzen.
Das Anwendertreffen
Das Anwendertreffen ist darauf ausgerichtet, die digitale Souveränität der Nutzer zu stärken und die Abhängigkeit von proprietären Anbietern zu verringern. So bietet die Veranstaltung eine Plattform für Einblicke in aktuelle Entwicklungen und geplante Innovationen. Der Austausch fokussiert sich auf die praktische Anwendung der Software in verschiedenen Kontexten. Hierbei stehen Berichte über Systemmigrationen und den Aufbau neuer Open-Source-GDIs im Vordergrund. Die Zielsetzung des Treffens umfasst die Präsentation neuer Features, die Diskussion von Anwenderwünschen und das Networking zwischen Experten mit unterschiedlichsten fachlichen Hintergründen.
Otto Dassau ist Gründer und Geschäftsführer der Geoinformatikbüro Dassau GmbH aus Düsseldorf. Er ist seit über 20 Jahren aktiv in Open Source GIS Projekten wie QGIS und GRASS GIS sowie dem FOSSGIS e.V., der QGIS Anwendergruppe Deutschland e.V. und der OSGeo. Zwischen 2008 und 2017 war er Mitglied im QGIS Project Steering Committee (PSC).