24.06.2026 –, Construct Sprache: Deutsch
Unternehmen investieren eifrig in KI-Trainings, trotzdem können sie nicht belastbar sagen, wer tatsächlich welche Fähigkeiten aufgebaut hat. In diesem Vortrag stelle ich das Prompting Proficiency Framework (PPF) vor, ein Kompetenzmodell, das Prompting-Fähigkeiten ähnlich wie Sprachkenntnisse auf Stufen von A1 bis C2 verortet. Ich zeige, warum ein anonymer Online-Test genügt, um den eigenen Standort zu bestimmen, Lernfortschritt zu messen und nächste Entwicklungsschritte aufzuzeigen, sowohl für Einzelne als auch für Teams oder ganze Organisationen.
Fast alle KI-Trainings leiden unter demselben Grundproblem. Die Teilnahme wurde sauber erfasst, aber keineswegs die hoffentlich erworbene Kompetenz. Darum wissen Organisationen nach Schulungen meist nicht, auf welchem Niveau Mitarbeitende tatsächlich mit Chatbots arbeiten können, welche Trainings als Nächstes sinnvoll wären und wie sich daraus ein tragfähige KI-Lernstrategie aufbauen ließe.
Genau hier setzt der Prompting Proficiency Framework (PPF) an. Das Rahmenwerk beschreibt Prompting-Kompetenz nicht als eine binäre Eigenschaft (entweder-oder), sondern als wie eine Sprache entwickelbare Fähigkeit auf klar abgrenzbaren Stufen von A1 bis C2. Erst dadurch wird sichtbar, wo einzelne Personen, Gruppen oder Belegschaften aktuell stehen und welche nächsten Lernschritte plausibel sind.
Im Vortrag erläutere ich die Grundidee und die theoretische Herleitung der Skalen A1 bis C2 (empirische Validierung steht noch aus). Anschließend zeige ich einen Test, mit dem Nutzende ihre aktuellen Prompting-Fähigkeiten anonym erfassen und einschätzen können. Aus den Ergebnissen lässt sich z.B. ableiten, wie Lernfortschritte sichtbar gemacht und unterschieden werden können, ob sich Kompetenzstände durch Trainingsmaßnahmen faktisch verändert haben (vorher-nachher), oder wie daran anschließende Lernpfade aussehen könnten.
Der Vortrag richtet sich an L&D, Führungskräfte, HR-Verantwortliche, die KI-Trainings nicht länger nur blind anbieten und durchführen, sondern strategisch steuern und entwickeln wollen. Die Zuhörenden erhalten einen konkreten Ansatz, um Prompting-Kompetenz tatsächlich greifbar zu machen, Trainingswirkung messbar einzuordnen und aus skalierbaren Kompetenzprofilen nachhaltige Entwicklungswege abzuleiten.
Stefan Holtel ist Kurator für digitalen Wandel bei PricewaterhouseCoopers. Seine Tätigkeiten bewegen sich auf der Schnittstelle von Technik, Organisation, Psychologie und Philosophie. Seit mehreren Jahren kommentiert, doziert und publiziert er zum Paradigmenwechsel durch generative KI für Menschen und Organisationen. Sein letztes Buch dazu heißt "Droht das Ende der Experten? ChatGPT und die Zukunft der Wissensarbeit", erschienen im Verlag Franz Vahlen.