24.06.2026 –, Architect Sprache: Deutsch
Viele reden über KI so, als ginge es vor allem um Zeitersparnis. Doch wer die eigene Arbeit durch die Brille von Job Crafting neu denkt, merkt schnell: Die spannendere Frage lautet nicht, wo KI Zeit spart, indem sie möglichst viel Arbeit automatisiert, sondern wo sie Arbeit vergrößert, steigert, vermehrt oder verstärkt, d.h. augmentiert.
In diesem Vortrag zeige ich, wie sich Wissensarbeit entlang dieser Trennlinie neu betrachten lässt. Es wird sichtbar, wie sich Tätigkeiten zwischen Mensch und Maschine verschieben, und warum KI nicht nur bestehende Aufgaben übernimmt, sondern Tätigkeitsprofile vollständig verändert.
„KI spart Zeit“ gilt als die gängige Formel. Aber sie kratzt nur an der Oberfläche dessen, was in der Wissensarbeit gerade tatsächlich passiert. Denn operativ verändert sich durch KI nicht einfach, dass Routinen automatisiert werden. KI hat Einfluss besonders dort, wo menschliche Arbeit unterstützt wird, also breiter, schneller, präziser oder anders wertschöpfend wird, ohne dass der Mensch aus der Schleife verschwindet.
Genau hier wird Job Crafting interessant. Die Methode hilft, ein bestehendes Arbeitsprofil gezielt zu analysieren, auseinanderzunehmen und neu zusammenzusetzen. Unter den Bedingungen von KI bedeutet das: Tätigkeiten werden nicht einfach als sklavisch als gegeben hingenommen, sondern es wird die Grundsatzfrage gestellt: "Was kann automatisiert werden kann, was dagegen eher augmentiert?"
Der Vortrag stellt ein einfaches Raster vor: Automation oder Augmentation? An Beispielen aus operativer Wissensarbeit wird gezeigt, wie sich das Aufbereiten von Information, Wartungstätigkeiten und wertschöpfende Arbeit neu verteilt, um das Potenzial von KI abzuschöpfen. Ziel ist ein praxistauglicher Blick auf den eigenen Job: Wo ersetzt KI? Wo verstärkt sie?
Die Teilnehmenden nehmen ein einfaches Denkwerkzeug mit, um die eigene Arbeit nicht lediglich unter dem Gesichtspunkt von Effizienz zu betrachten, sondern vor allem der Neuordnung von Wertschöpfung zwischen Mensch und Maschine (Effektivität).