Stefan Winter
Passionate about innovating solutions for real-world challenges with a strong foundation in medical technology starting from a deep understanding of customer needs and market context.
Beitrag
Der zunehmende Innovationsdruck in der regulierten Medizintechnik – insbesondere bei Software und softwaregetriebenen Medizinprodukten – macht die Grenzen klassischer dokumentenzentrierter Ansätze deutlich. Designakten, Traceability-Matrizen und Compliance-Dokumente werden häufig als große, monolithische Artefakte am Ende von Entwicklungsphasen erstellt. Dies steht im Widerspruch zu agilen Entwicklungsmodellen und führt zu Reibungen in Design Controls, Risikomanagement und Änderungsfolgenabschätzung.
Der Vortrag stellt datenzentrierte Dokumentation als praxisnahen Lösungsansatz vor. Strukturierte Datenobjekte wie Anforderungen, Risiken, Tests, Änderungsentscheidungen und Nachweise bilden dabei die primären, beherrschten Artefakte. Dokumente sind nicht mehr die führende Quelle, sondern werden als geprüfte Sichten aus konsistenten Daten und Beziehungen erzeugt. Dadurch werden durchgängige, lebende Traceability, agile Arbeitsweisen mit kontinuierlichem Compliance-Nachweis, reduzierte Auditvorbereitung sowie automatisierte Konsistenz- und Impact-Analysen ermöglicht.
Der Ansatz wird direkt mit regulatorischen Erwartungen wie Design Controls, Nachverfolgbarkeit und Dokumentation im Kontext von ISO 13485 und IEC 62304 verknüpft. Anhand von Praxisbeispielen, typischen Mustern und Fehlansätzen wird gezeigt, wie datenzentrierte Dokumentation schrittweise eingeführt werden kann, um Agilität und Qualität zu steigern, ohne regulatorische Anforderungen zu gefährden.