21.05.2026 –, Galilei 2 Sprache: Deutsch
Sowohl die Luft- und Raumfahrt- als auch die Automobilindustrie sind durch eine stetig zunehmende Produkt- und Herstellungskomplexität sowie die Notwendigkeit zu immer kürzeren Entwurfszyklen bei besserer Produktqualität und geringeren Kosten gekennzeichnet. Die fortschreitende Digitalisierung im Ingenieurwesen verspricht, die Grundlage für geeignete Datenmodelle zu schaffen, die als digitale Basis für den Aufbau digitaler und maschinenausführbarer Prozessmodelle dienen. Derartige Fortschritte in der Entwurfsautomatisierung aus dem Automobilsektor in Form eines digital entworfenen Formel-Student-Rennwagens und aus der Raumfahrt in Form eines digital entworfenen Erdbeobachtungssatelliten werden vorgestellt und als „Vorbilder“ für die bevorstehende Digitalisierung in der Medizintechnik illustriert.
Der Workshop konzentriert sich auf die Ableitung der notwendigen Informationstechnologien zur Bewältigung von Ingenieuraufgaben und -prozessen in einem digitalen Entwicklungsframework. Darüber hinaus wird die Weitergabe der Konstruktions- und Entwurfsmodelldaten in die späteren Phasen der Produktionsplanung, die Erstellung einer digitalen Fabrik, die in der Lage ist, das Produkt herzustellen, und die virtuelle Inbetriebnahme unter Verwendung eines digitalen Zwillings anhand anschaulicher Beispiele aus der Ingenieurpraxis und der Forschung gezeigt.
Dr. Stephan Rudolph ist Privatdozent in der Fakultät für Luft- und Raumfahrttechnik an der Universität Stuttgart. Dort leitet er die Arbeitsgruppe “Entwurfstheorie und Ähnlichkeitsmechanik” und hält mehrere Vorlesungen zum Thema “Digital Engineering”, Art and Science of Systems Architecting und der automatisierten Entwurfssynthese mittels graphenbasierter Entwurfssprachen. Stephan's Publikationsliste zum Thema Digital Engineering und Künstliche Intelligenz hat mehr als 180 Einträge.