Digitale Souveränität messbar machen: Kriterien für eine souveräne Verwaltung
Digitale Souveränität ist ein zentrales Ziel von Politik und Verwaltung, der Begriff wird jedoch oft uneinheitlich verwendet. Der Vortrag stellt Kriterien vor, mit denen sich kritische Abhängigkeiten der Öffentlichen Verwaltung bewerten und Lösungen für mehr Handlungsfähigkeit identifizieren lassen.
Digitale Souveränität gilt als Leitbild für eine langfristig handlungsfähige Öffentliche Verwaltung – der Begriff bleibt in der Praxis jedoch häufig unscharf. Zudem fehlen belastbare Kriterien zur Bewertung Digitaler Souveränität: Welche Rolle spielen offene Standards, Open Source und transparente Lieferketten? Wie sind verbreitete Konzepte wie „Confidential Computing“, „Air-Gapped“-Infrastrukturen oder „European Cloud“-Angebote konkret zu bewerten?
Das Zentrum Digitale Souveränität (ZenDiS) hat einen ersten Kriterienkatalog für Digitale Souveränität erstellt und diesen im Rahmen einer öffentlichen Konsultation konkretisiert. Die gemeinsam entwickelten Kriterien zeigen, welche technischen und organisatorischen Voraussetzungen erfüllt sein müssen, um Abhängigkeiten zu reduzieren und Gestaltungsspielraum zu sichern. Sie bilden eine fundierte Entscheidungsgrundlage, um eingesetzte IT-Lösungen differenziert zu bewerten und Strategien für mehr Digitale Souveränität zu entwickeln.
Pamela Krosta-Hartl engagiert sich seit mehr als einem Jahrzehnt für die Stärkung der Digitalen Souveränität Deutschlands und ist Co-Autorin mehrerer Publikationen, die ab 2015 im Rahmen der Fokusgruppe Digitale Souveränität am BMWi sowie des Thinktank Digitale Souveränität entstanden sind. 2021 wechselte sie nach über 20 Jahren aus der Privatwirtschaft in das Umfeld der Bundesverwaltung und baute als Teil des Leadership-Teams den DigitalService des Bundes mit auf. Im April 2024 übernahm sie die Leitung des Bereichs Strategie, Markt & Kommunikation beim ZenDiS und ist seit Oktober 2025 Teil der Geschäftsführung.