Der Computer der alten Griechen, oder die Zerbrechlichkeit des Wissens
05-04, 13:45–14:30 (Europe/Zurich), Fab8: B204
Language: Deutsch

Der Antikythera-Mechanismus ist ein 2200 Jahre alter astronomischer Kalenderrechner der Superlative. Im Strudel der kriegerischen Geschichte ging das zugrundeliegende Wissen verloren, was uns als Mahnung dienen sollte, Wissen wertzuschätzen, zu finanzieren und durch Open Science zu teilen.


Der Mechanismus von Antikythera, eine von den alten Griechen geschaffene astronomische Rechenmaschine, wurde 1901 im Wrack eines ums Jahr 60 v. Chr. gesunkenen Schiffes entdeckt. Dieses komplizierte Gerät ist ein Beweis für den technisch-wissenschaftlichen Wissensstand der klassischen Antike, den Europa erst über ein Jahrtausend später wieder erreichen sollte. Fehlende gesellschaftliche Wertschätzung, ausbleibende Finanzierung, Krieg und Verfall: Dieses immense technische Wissen ging im Zuge des Niedergangs des antiken Griechenland verloren. Dies zeigt: Erkenntnisgewinn muss immer aufs Neue verankert werden, denn Wissen ist zerbrechlich.

Um den Zugang zu wissenschaftlichen Errungenschaften zu sichern und zu erweitern, ist es nötiger denn je, die Unterstützung für Open Science, Open Data, Open Educational Resources, die Einhaltung offener Technologiestandards und die Verwendung von Open-Source-Softwaretools einzufordern. Nur auf diese Weise können wir das Fundament des Wissens stärken und sicherstellen, dass wissenschaftlicher Fortschritt einem breiten Publikum zugänglich gemacht wird - und auch in Zukunft Nutzen stiften kann.


Kategorie
  1. Open Educational Resources, Open Content und Open Data
Zielgruppen

Lehrpersonen / Dozierende, Bildungsverantwortliche, Schulleitungen, Forschende, Interessierte, Sekundarstufe II (Gymnasium, FMS, BMS), Tertiärbildung (Hochschulen, Erwachsenenbildung, ...)

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  • bis 1992 Universität Bern: Germanistik, Anglistik, lic. phil. hist./M. A.
  • bis 1993 «Thuner Tagblatt»: Redaktor, Produzent
  • bis 1996 «Der Bund»: Redaktor, Nachrichtenchef
  • bis 2010 Schweizer Radio DRS 2 (heute Radio SRF 2 Kultur): Programmreferent, Stabschef
  • bis 2018 Lehrbeauftragter an der Theologischen Hochschule Chur
  • bis 2022 Lehrbeauftragter an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz
  • seit 1986 «The Chicago Seven Swing & Blues Revue», «Blues Green»: Bassist
  • seit 2011 freier Journalist, Multimediaproduzent, Dozent, Inhaber Thomas Weibel Multi & Media
  • seit 2014 Professor für Media Engineering an der Fachhochschule Graubünden und an der Hochschule der Künste Bern