2019-09-21, 11:30–13:00, GD 03/150

Wir versuchen uns ständig an die kleineren und größeren Aufgaben (tasks) zu erinnern, die wir selbst oder andere uns ‚auferlegt‘ haben. Um diese tasks nicht zu vergessen, setzen sich viele Menschen reminder – in Form von Notizzetteln, Weckern oder auch Apps.


Die ‚Aufgabe‘ eines reminders besteht darin, uns auf etwas bestimmtes aufmerksam zu machen, uns zu erinnern. Allerdings gehört zum erfolgreichen Gelingen des Erinnert–Werdens, nicht nur das zuverlässige visuelle oder auditive Signal des reminders, sondern auch ein ganzes Bündel transsequentiell ablaufender Praktiken. So reicht es oftmals nicht aus, einen task zu notieren: Die Notiz sollte auch so platziert werden, dass sie einerseits gesehen wird und andererseits eine Reihe von Handlungen angestoßen werden kann. Sprich, ein Post–it muss gut sichtbar sein und ein Handy sollte lautgestellt sein, da ansonsten der reminder schnell übersehen/überhört werden kann und das Gelingen des Erinnert–Werdens (reminding) stark gefährdet ist. Darüber hinaus trägt das erfolgreiche Sich–Erinnern (und einen task zu ‚erledigen‘) dazu bei, sich selbst als ein zuverlässiges und tasks–nicht–vergessendes Subjekt zu konstituieren.

Die interaktive Installation möchte auf viele der oben genannten Punkte aufmerksam machen, indem sich selbstgewählte Akteure sowohl bei der Erstellung als auch beim Erinnert–Werden beteiligen können. Dabei werden den Beteiligten keine Grenzen gesetzt. Darüber hinaus möchte die Installation zur Reflexion über das eigene Sich–Erinnern/Erinnert–Werden, Nicht–Vergessen und in diesem Zuge auch auf die (eigene) Subjektivierung (im Sinne Foucaults) als zuverlässiges, nicht–vergessendes Subjekt aufmerksam machen.